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Serie: Zehn Jahre danach — Teil 6 von 8

Wohnraum & Kosten

Der "Soziale Wohn-Monitor 2026" von Pestel-Institut und Deutschem Mieterbund
Stand: Juli 2026 Lesedauer: ca. 8 Minuten

Im Januar 2026 veröffentlichte das Pestel-Institut gemeinsam mit dem Bündnis "Soziales Wohnen" (Deutscher Mieterbund, IG BAU, Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie sowie zwei Akteure der Bauwirtschaft) den "Sozialen Wohn-Monitor 2026". Dieser Teil dokumentiert die zentralen Zahlen zur Wohnungsknappheit und ihre offizielle Einordnung durch die Studienautoren.

01Das Wohnungsdefizit

1,4 Mio.
fehlende Wohnungen — Rekordhoch
~220.000
Neubauten 2025 (Schätzung)
400.000
nötige Neubauten/Jahr, um Defizit bis 2030 abzubauen
"Der Wohnungsmangel hat sich in Deutschland längst zur Wirtschaftsbremse entwickelt."
Matthias Günther, Chef-Ökonom Pestel-Institut, Januar 2026
Quelle
Deutscher Mieterbund, "Rekordhoch beim Wohnungsdefizit: 1,4 Mio. Wohnungen fehlen" (Januar 2026), Pestel-Institut, "Sozialer Wohn-Monitor 2026" BELEGT

02Sozialwohnungen: der langfristige Rückgang

~1,05 Mio.
Sozialwohnungen 2024
-26.000
gegenüber 2023
-174.000
Bestandsrückgang 2017–2024
2 Mio.
Zielbestand bis 2035 laut Bündnis-Forderung

Der Rückgang hält an, obwohl die Bundesmittel für sozialen Wohnungsbau von 2020 bis 2024 verdreifacht wurden — das führte laut Studie jedoch nur zu einer Steigerung der neu geschaffenen Miet- und Belegungsbindungen um knapp ein Drittel. Nur in Sachsen und Sachsen-Anhalt stieg der Sozialwohnungsbestand überhaupt.

Quelle
Pestel-Institut, "Sozialer Wohn-Monitor 2026" (Januar 2026) BELEGT

03Überbelegung und Wohnungslosigkeit

9,6 Mio.
Menschen in überbelegten Wohnungen (2015: 5,7 Mio.)
~1 Mio.
geschätzte Zahl wohnungsloser Menschen

Als überbelegt gilt eine Wohnung laut Studie etwa dann, "wenn das Wohnzimmer auch als Schlafraum fungiert, sich drei oder mehr Kinder ein Kinderzimmer teilen müssen oder ein Bruder und Schwester, beide im Teenageralter, ein gemeinsames Zimmer haben." Die Schätzung zur Wohnungslosigkeit stammt von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe.

Quelle
Pestel-Institut, "Sozialer Wohn-Monitor 2026"; Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) BELEGT

04Finanzielle Belastung der Haushalte

~33%
der Haushalte konnten eine außergewöhnliche Ausgabe von 1.250€ nicht aus eigenen Mitteln bestreiten
4 Mio.+
Menschen mit Schulden bei Energieversorgern
Quelle
Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 45/2025, zitiert im "Sozialen Wohn-Monitor 2026" BELEGT

05Warum das Defizit entstanden ist

Der Wohn-Monitor benennt mehrere strukturelle Ursachen: gestiegene Baukosten, die Zinswende der vergangenen Jahre, gesunkene Baugenehmigungszahlen und Fachkräftemangel am Bau. Das Bündnis fordert eine deutliche Vereinfachung der Bauvorschriften — als Positivbeispiel wird der Regelstandard "Erleichtertes Bauen" in Schleswig-Holstein genannt, der Sozialwohnungsbau "in guter Qualität und mit niedrigen Instandhaltungskosten" bei vergleichsweise günstigen Baukosten ermöglicht habe.

Eine quantitative Aufschlüsselung, wie stark einzelne Ursachen (Baukosten, Zinsen, Genehmigungsverfahren, Nachfrage durch Bevölkerungswachstum/Zuwanderung, Fachkräftemangel) jeweils zum Gesamtdefizit beitragen, liefert der Wohn-Monitor selbst nicht in Form einer gewichteten Kausalanalyse. OFFEN

Ein Defizit von 1,4 Millionen Wohnungen bei einem Neubau-Bedarf, der sich seit Jahren nicht deckt — reicht mehr Geld, oder braucht es andere Regeln für das Bauen selbst?
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