Wohnraum & Kosten
Im Januar 2026 veröffentlichte das Pestel-Institut gemeinsam mit dem Bündnis "Soziales Wohnen" (Deutscher Mieterbund, IG BAU, Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie sowie zwei Akteure der Bauwirtschaft) den "Sozialen Wohn-Monitor 2026". Dieser Teil dokumentiert die zentralen Zahlen zur Wohnungsknappheit und ihre offizielle Einordnung durch die Studienautoren.
01Das Wohnungsdefizit
02Sozialwohnungen: der langfristige Rückgang
Der Rückgang hält an, obwohl die Bundesmittel für sozialen Wohnungsbau von 2020 bis 2024 verdreifacht wurden — das führte laut Studie jedoch nur zu einer Steigerung der neu geschaffenen Miet- und Belegungsbindungen um knapp ein Drittel. Nur in Sachsen und Sachsen-Anhalt stieg der Sozialwohnungsbestand überhaupt.
03Überbelegung und Wohnungslosigkeit
Als überbelegt gilt eine Wohnung laut Studie etwa dann, "wenn das Wohnzimmer auch als Schlafraum fungiert, sich drei oder mehr Kinder ein Kinderzimmer teilen müssen oder ein Bruder und Schwester, beide im Teenageralter, ein gemeinsames Zimmer haben." Die Schätzung zur Wohnungslosigkeit stammt von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe.
04Finanzielle Belastung der Haushalte
05Warum das Defizit entstanden ist
Der Wohn-Monitor benennt mehrere strukturelle Ursachen: gestiegene Baukosten, die Zinswende der vergangenen Jahre, gesunkene Baugenehmigungszahlen und Fachkräftemangel am Bau. Das Bündnis fordert eine deutliche Vereinfachung der Bauvorschriften — als Positivbeispiel wird der Regelstandard "Erleichtertes Bauen" in Schleswig-Holstein genannt, der Sozialwohnungsbau "in guter Qualität und mit niedrigen Instandhaltungskosten" bei vergleichsweise günstigen Baukosten ermöglicht habe.
Eine quantitative Aufschlüsselung, wie stark einzelne Ursachen (Baukosten, Zinsen, Genehmigungsverfahren, Nachfrage durch Bevölkerungswachstum/Zuwanderung, Fachkräftemangel) jeweils zum Gesamtdefizit beitragen, liefert der Wohn-Monitor selbst nicht in Form einer gewichteten Kausalanalyse. OFFEN