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Serie: Zehn Jahre danach — Teil 4 von 7

Sicherheit

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 — vorgestellt am 20. April 2026 von Innenminister Dobrindt und BKA-Präsident Münch
Stand: Juli 2026 Lesedauer: ca. 10 Minuten

Am 20. April 2026 stellten Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, IMK-Vorsitzender Grote und BKA-Präsident Holger Münch die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 vor — gemeinsam mit der Dunkelfeldstudie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland 2024" (SKiD). Dieser Teil dokumentiert beide Datenquellen im Wortlaut der offiziellen Veröffentlichungen von BKA und Bundesinnenministerium.

01Die Gesamtzahlen: Rückgang

5.508.559
Straftaten 2025 (-5,6%)
~2,05 Mio.
Tatverdächtige (-5,9%)
212.335
Fälle Gewaltkriminalität (-2,3%)
-27,7%
Rauschgiftdelikte (Cannabis-Teillegalisierung)

Die Gewaltkriminalität ging 2025 erstmals seit 2021 zurück. BKA-Präsident Münch ordnete das Gesamtbild so ein: „Die Datenlage zeigt ein differenziertes Bild: Die registrierte Kriminalität ist 2025 gesunken, wir sehen Rückgänge bei Gewaltkriminalität und bei der Zahl der Tatverdächtigen. Gleichzeitig verändert sich Kriminalität — sie wird digitaler, internationaler und in manchen Bereichen auch brutaler."

Quelle
BKA, Pressemitteilung „PKS 2025" (20.4.2026); Bundesregierung.de, „Polizeiliche Kriminalstatistik 2025" (20.4.2026) BELEGT

02Was gegenläufig gestiegen ist

+9,0%
Vergewaltigungsfälle (+72% seit 2018)
1.371
Fälle mit Schusswaffengebrauch (+13,4% — Höchststand seit 2009)
+9,5%
Bedrohungen mit Messer (13.748 Fälle)
+3,3%
tatverdächtige Kinder (unter 14 Jahre)

Sexualdelikte insgesamt stiegen um 2,8% auf 131.335 Fälle. Bei Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellem Übergriff im besonders schweren Fall sind die Tatverdächtigen laut BKA „überwiegend Freunde oder Bekannte sowie (ehemalige) Partner und zu 98,6 Prozent männlich". Der Anteil der Kinder an allen Tatverdächtigen ist seit 2016 gestiegen (2025: 4,6%; 2016: 3,8%) — bei gleichzeitig rückläufiger Jugendkriminalität (-7,4%).

Quelle
BMI, Pressemitteilung „PKS 2025: Rückgang bei Gewaltkriminalität, aber Anstieg bei tatverdächtigen Kindern..." (20.4.2026) BELEGT

03Nichtdeutsche Tatverdächtige — die Zahlen im Detail

KennzahlWert 2025Veränderung
Anteil an allen Tatverdächtigen (Straftaten insgesamt)38,5%konstant zum Vorjahr
Anteil bei Gewaltkriminalität42,9%weiterhin deutlich überrepräsentiert
Anteil nichtdeutscher Opfer bei Vergewaltigung22,3%—
Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ), Straftaten insg. ohne ausländerrechtl. Verstöße~2,6-fach höher als bei deutschen TV—
Quelle
BKA, PKS 2025 Hauptbericht; BMI-Pressemitteilung (20.4.2026) BELEGT

Zur TVBZ (Tatverdächtigenbelastungszahl): Das BKA weist selbst darauf hin, dass diese Kennzahl erst seit 2024 in der PKS enthalten ist und methodisch voraussetzt, nur ansässige, ermittelbare Tatverdächtige ins Verhältnis zur jeweiligen Wohnbevölkerung zu setzen. Das BKA nennt in seinen eigenen Publikationen keine monokausale Erklärung für die Differenz zwischen deutschen und nichtdeutschen TVBZ-Werten. OFFEN

04Das Dunkelfeld: SKiD 2024

Parallel zur PKS veröffentlichte das BKA die Ergebnisse der Opferbefragung „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland 2024" (SKiD) — eine Dunkelfeldstudie, die nicht auf angezeigten, sondern auf tatsächlich erlebten Straftaten basiert.

8,5%
16–17-Jährige als Opfer von Körperverletzung (2020: 3,1%)
6,2%
Anzeigequote bei sexuellem Missbrauch/Vergewaltigung
2,6%
Anzeigequote bei körperlicher sexueller Belästigung

Die Zahl junger Körperverletzungsopfer hat sich damit seit 2020 mehr als verdoppelt. Besonders betroffen von Sexualdelikten sind laut SKiD junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren, wobei Frauen insgesamt deutlich häufiger betroffen sind als Männer. Die extrem niedrige Anzeigequote bedeutet: Die PKS-Fallzahlen zu Sexualdelikten bilden nur einen kleinen Ausschnitt des tatsächlichen Geschehens ab.

Quelle
BKA, SKiD-Bericht 2024, zitiert in BMI-Pressemitteilung (20.4.2026) BELEGT

05Politische Einordnung

„Entscheidend ist, dass sich Menschen im Alltag sicher fühlen. Dafür braucht es weitere Maßnahmen: Mit einem harten Aktionsplan gegen Organisierte Kriminalität, mit konsequenten Abschiebungen von Intensivtätern und mit klaren, unmissverständlichen Gesetzen zum Schutz unserer Polizistinnen und Polizisten."
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), 20.4.2026
Quelle
Bundesregierung.de, „Polizeiliche Kriminalstatistik 2025" (20.4.2026) BELEGT

Zur Einordnung der Kinder-Gewaltzahlen: Das BKA verweist laut Medienberichterstattung auf Studien zu psychischen Belastungen durch „zunehmende Zukunftsängste angesichts multipler Krisen"; ein möglicher Zusammenhang mit Social-Media-Nutzung sei „noch nicht ausreichend erforscht". Diese Einordnung stammt aus Medienberichten über die Pressekonferenz, nicht direkt aus dem BKA-Hauptbericht — daher hier als Sekundärquelle gekennzeichnet. OFFEN

Die Gesamtzahl sinkt, mehrere Einzelkategorien steigen gleichzeitig auf Höchststände. Welche Zahl beschreibt „die Sicherheitslage" richtig — die Summe, oder die Ausreißer?