Sicherheit
Am 20. April 2026 stellten Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, IMK-Vorsitzender Grote und BKA-Präsident Holger Münch die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 vor — gemeinsam mit der Dunkelfeldstudie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland 2024" (SKiD). Dieser Teil dokumentiert beide Datenquellen im Wortlaut der offiziellen Veröffentlichungen von BKA und Bundesinnenministerium.
01Die Gesamtzahlen: Rückgang
Die Gewaltkriminalität ging 2025 erstmals seit 2021 zurück. BKA-Präsident Münch ordnete das Gesamtbild so ein: „Die Datenlage zeigt ein differenziertes Bild: Die registrierte Kriminalität ist 2025 gesunken, wir sehen Rückgänge bei Gewaltkriminalität und bei der Zahl der Tatverdächtigen. Gleichzeitig verändert sich Kriminalität — sie wird digitaler, internationaler und in manchen Bereichen auch brutaler."
02Was gegenläufig gestiegen ist
Sexualdelikte insgesamt stiegen um 2,8% auf 131.335 Fälle. Bei Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellem Übergriff im besonders schweren Fall sind die Tatverdächtigen laut BKA „überwiegend Freunde oder Bekannte sowie (ehemalige) Partner und zu 98,6 Prozent männlich". Der Anteil der Kinder an allen Tatverdächtigen ist seit 2016 gestiegen (2025: 4,6%; 2016: 3,8%) — bei gleichzeitig rückläufiger Jugendkriminalität (-7,4%).
03Nichtdeutsche Tatverdächtige — die Zahlen im Detail
| Kennzahl | Wert 2025 | Veränderung |
|---|---|---|
| Anteil an allen Tatverdächtigen (Straftaten insgesamt) | 38,5% | konstant zum Vorjahr |
| Anteil bei Gewaltkriminalität | 42,9% | weiterhin deutlich überrepräsentiert |
| Anteil nichtdeutscher Opfer bei Vergewaltigung | 22,3% | — |
| Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ), Straftaten insg. ohne ausländerrechtl. Verstöße | ~2,6-fach höher als bei deutschen TV | — |
Zur TVBZ (Tatverdächtigenbelastungszahl): Das BKA weist selbst darauf hin, dass diese Kennzahl erst seit 2024 in der PKS enthalten ist und methodisch voraussetzt, nur ansässige, ermittelbare Tatverdächtige ins Verhältnis zur jeweiligen Wohnbevölkerung zu setzen. Das BKA nennt in seinen eigenen Publikationen keine monokausale Erklärung für die Differenz zwischen deutschen und nichtdeutschen TVBZ-Werten. OFFEN
04Das Dunkelfeld: SKiD 2024
Parallel zur PKS veröffentlichte das BKA die Ergebnisse der Opferbefragung „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland 2024" (SKiD) — eine Dunkelfeldstudie, die nicht auf angezeigten, sondern auf tatsächlich erlebten Straftaten basiert.
Die Zahl junger Körperverletzungsopfer hat sich damit seit 2020 mehr als verdoppelt. Besonders betroffen von Sexualdelikten sind laut SKiD junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren, wobei Frauen insgesamt deutlich häufiger betroffen sind als Männer. Die extrem niedrige Anzeigequote bedeutet: Die PKS-Fallzahlen zu Sexualdelikten bilden nur einen kleinen Ausschnitt des tatsächlichen Geschehens ab.
05Politische Einordnung
Zur Einordnung der Kinder-Gewaltzahlen: Das BKA verweist laut Medienberichterstattung auf Studien zu psychischen Belastungen durch „zunehmende Zukunftsängste angesichts multipler Krisen"; ein möglicher Zusammenhang mit Social-Media-Nutzung sei „noch nicht ausreichend erforscht". Diese Einordnung stammt aus Medienberichten über die Pressekonferenz, nicht direkt aus dem BKA-Hauptbericht — daher hier als Sekundärquelle gekennzeichnet. OFFEN