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Serie: Zehn Jahre danach — Teil 2 von 8

Geburten

Was Destatis für 2025 meldet — der niedrigste Stand seit 1946
Stand: Juli 2026 Lesedauer: ca. 7 Minuten

Am 13. Juli 2026 veröffentlichte das Statistische Bundesamt die endgültigen Geburtenzahlen für 2025. Dieser Teil dokumentiert die zentralen Kennzahlen sowie deren Einordnung durch Destatis selbst — ohne eigene Interpretation der Ursachen.

01Die Grundzahlen 2025

654.241
Geburten 2025 — niedrigster Stand seit 1946
-3,4%
gegenüber 2024 (677.117)
1,01 Mio.
Sterbefälle 2025
-352.000
Geburtendefizit — größtes der Nachkriegszeit
Quelle
Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung PD26_230_12 (13.7.2026), "Zusammengefasste Geburtenziffer sinkt im Jahr 2025 auf 1,32 Kinder je Frau" BELEGT

Destatis nennt zwei Gründe für den Rückgang: Erstens erreichen die zahlenmäßig kleinen Geburtsjahrgänge der 1990er-Jahre jetzt das Alter Anfang 30, in dem die meisten Frauen Kinder bekommen — es gibt schlicht weniger potenzielle Mütter. Zweitens sinkt seit 2022 zusätzlich die Geburtenziffer selbst, also wie viele Kinder eine Frau im Durchschnitt bekommt.

02Die Geburtenziffer nach Staatsangehörigkeit

Die zusammengefasste Geburtenziffer gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn die Verhältnisse eines Jahres konstant blieben. Sie lag 2025 bei 1,32 Kindern je Frau — der niedrigste Wert seit 1997.

1,32
Gesamt (2024: 1,35)
1,20
Deutsche Staatsangehörigkeit (2024: 1,23)
1,78
Ausländische Staatsangehörigkeit (2024: 1,84)

Beide Gruppen verzeichneten 2025 einen Rückgang um jeweils rund 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei deutschen Frauen war die Geburtenziffer zuletzt 1996 ähnlich niedrig (damals: 1,22). Die Geburtenhäufigkeit ausländischer Frauen sinkt laut Destatis "seit 2017 mit Ausnahme des Jahres 2021 kontinuierlich".

Quelle
Destatis, PD26_230_12 (13.7.2026) BELEGT

03Regionale Unterschiede

RegionGeburtenziffer 2025Veränderung z. Vorjahr
Niedersachsen (höchster Wert)1,38erstmals seit 16 Jahren unter 1,40
Westdeutschland gesamt1,34—
Ostdeutschland (Flächenländer)1,22—
Brandenburg (höchster Ost-Wert)1,30—
Sachsen (niedrigster Wert)1,16niedrigster Stand seit 1998
Mecklenburg-Vorpommern1,21-6,3% — stärkster Rückgang aller Länder
Hamburg (einziges Land mit Anstieg)1,24+0,4%
Quelle
Destatis, PD26_230_12 (13.7.2026) BELEGT

04Einordnung: kein deutsches Einzelphänomen

Destatis verweist explizit auf die europäische Dimension: Rückläufige Geburtenzahlen für 2025 melden auch Frankreich, Österreich, Italien und Schweden. Gegenläufig — also mit einer Stabilisierung — entwickeln sich dagegen Spanien, die Niederlande und Finnland.

Quelle
Destatis, Pressemitteilung PD26_146_126 (29.4.2026) BELEGT

05Weitere Kennzahlen

30,5
Ø-Alter der Mutter beim 1. Kind (Jahre)
33,3
Ø-Alter des Vaters beim 1. Kind (Jahre)
46,6%
Anteil erste Kinder an allen Geburten
4,3
Totgeburtenquote je 1.000 Geborene

Die Totgeburtenquote lag bei ausländischen Müttern mit 4,9 höher als bei deutschen Müttern (4,1). Destatis nennt hierzu keine Ursachenanalyse in der Pressemitteilung selbst. OFFEN

Die Bevölkerungsvorausberechnung von Destatis (16. koordinierte Vorausberechnung, Dezember 2025) hält einen künftigen Anstieg der Geburtenzahl nur bei gleichzeitig steigender Geburtenziffer und mindestens moderater Nettozuwanderung für möglich — selbst dann würde das Niveau des Jahres 2021 (rund 795.000 Geburten) laut Prognose nicht wieder erreicht.

Quelle
Destatis, 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, Pressemitteilung Nr. 446 / Webartikel (11.12.2025) BELEGT
Eine Zahl sinkt seit vier Jahren in Folge, in beiden betrachteten Gruppen, in fast allen Bundesländern und in mehreren Nachbarländern gleichzeitig. Was daraus über die nächsten zehn Jahre folgt, ist eine Frage der Politik — nicht der Statistik.
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