Am 17. April 1961 landeten rund 1.500 von der CIA ausgebildete kubanische Exilanten an der Bucht der Schweine (Playa Girón) an Kubas Südküste, um die Regierung Fidel Castros zu stürzen. Innerhalb von drei Tagen war die Invasion niedergeschlagen. BELEGT Der von CIA-Generalinspekteur Lyman Kirkpatrick nach sechsmonatiger Untersuchung verfasste interne Untersuchungsbericht — jahrzehntelang unter Verschluss, erst in den späten 1990er-Jahren freigegeben — bezeichnete die zentrale Prämisse der Operation, eine spontane Volkserhebung werde die Invasion tragen, als durch keinerlei nachrichtendienstliche Erkenntnisse gestützt.
BELEGT Bereits 1960 hatte Präsident Eisenhower den von CIA-Vizedirektor Richard Bissell entwickelten Plan zur Ausbildung einer paramilitärischen Exilantentruppe gebilligt. Parallel begann am 13. Oktober 1960 ein weitgehendes US-Exportverbot gegen Kuba — der Beginn des bis heute andauernden Embargos. Kuba reagierte mit der Verstaatlichung von 383 privaten Unternehmen, ein Großteil davon in US-Besitz.
BELEGT Am 15. April 1961 griffen von der CIA bereitgestellte B-26-Bomber kubanische Flugplätze an; zwei Tage später erfolgte die Hauptlandung. Als international bekannt wurde, dass die USA hinter der Operation standen, zog Präsident Kennedy die zugesagte weitere Luftunterstützung zurück — ein zentraler Streitpunkt in der bis heute geführten Debatte über die Verantwortung für das Scheitern.
BELEGT Die vollständige Freigabe der JFK-Akten (abgeschlossen per Präsidialverfügung 2025) bestätigte das Ausmaß der fortgesetzten verdeckten Kampagne gegen Kuba: Allein 1961 wurden über 41 Millionen Dollar für Kuba-Operationen ausgegeben — fast das Vierfache des Budgets für den Rest Lateinamerikas zusammen. Bis Mitte 1963 unterhielt die CIA ein Agentennetz von über 1.000 Personen gegen Kuba.
BELEGT Im August 1960 kontaktierte die CIA das Chicagoer Cosa-Nostra-Netzwerk mit dem Ziel, gleichzeitige Attentate auf Fidel Castro, Raúl Castro und Che Guevara vorzubereiten — im Gegenzug für ein zugesagtes Glücksspiel-, Prostitutions- und Drogenmonopol nach einem erfolgreichen Regimewechsel. Ein dokumentiertes Beispiel wirtschaftlicher Sabotage: Im Spätsommer 1962 ließ die CIA im Rahmen von Operation Mongoose 800 Säcke kubanischen Rohzuckers auf einem britischen Frachter mit einer Chemikalie kontaminieren.
OFFEN Die genaue Gesamtzahl der von der CIA erwogenen oder initiierten Attentatsversuche auf Castro ist bis heute nicht abschließend quantifiziert; spätere Untersuchungen des Church Committee (1975) sprachen von mehreren dokumentierten Plänen, ohne dass alle Details bis heute freigegeben wären.
BELEGT Das 1960 begonnene Embargo wurde nie aufgehoben, in seiner Ausgestaltung aber wiederholt verschärft oder gelockert — je nach US-Administration. Amnesty International und die Washington Office on Latin America (WOLA) haben die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Embargos wiederholt dokumentiert, wobei die Bewertung von dessen Wirksamkeit und Verhältnismäßigkeit politisch umstritten bleibt.
BELEGT Unmittelbar nach der Gefangennahme Maduros (Teil 6 dieser Serie) stoppte die Trump-Administration im Januar 2026 die venezolanischen Öllieferungen an Kuba — Kubas wichtigste Energiequelle seit den frühen 2000er-Jahren. Am 29. Januar 2026 erklärte Trump per Executive Order (14380) einen nationalen Notstand gegenüber Kuba und drohte Drittstaaten, die Kuba mit Öl beliefern, mit Zöllen. Die Folge waren nach übereinstimmenden Berichten mehrfache landesweite Stromausfälle, ein Brand in einer Raffinerie in Havanna (Februar 2026) und laut kubanischem Energieminister ein zeitweiliger vollständiger Ausfall von Öl- und Diesellieferungen (Mai 2026).
BELEGT Am 9. Juni 2026 warnte der UN-Menschenrechtskommissar öffentlich, Kinder in Kuba stürben infolge der verschärften US-Sanktionen. Die USA boten im Mai 2026 gleichzeitig 100 Millionen Dollar humanitäre Hilfe sowie kostenloses Starlink-Internet an — verbunden mit politischen Bedingungen, die von der kubanischen Regierung bislang weder klar angenommen noch abgelehnt wurden.
BELEGT Im Mai/Juni 2026 bereitete das US-Justizministerium zudem eine Anklage gegen den ehemaligen kubanischen Machthaber Raúl Castro vor. Außenminister Marco Rubio erklärte gleichzeitig, man suche nach einem kubanischen Äquivalent zu Delcy Rodríguez — also einer Übergangsfigur aus dem bestehenden System, vergleichbar dem venezolanischen Modell — habe innerhalb der kubanischen Führung aber noch keine passende Person identifiziert.
OFFEN Ob die 2026 verschärfte Öl- und Sanktionsstrategie tatsächlich, wie von Trump wiederholt angekündigt, zu einem "freundlichen Übernahme"-Szenario oder einem inneren Kollaps der kubanischen Regierung führt, war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels offen. Experten äußerten sich in mehreren zitierten Quellen skeptisch, unter anderem wegen fehlender organisierter politischer Opposition auf der Insel.
Offen bleibt: Wiederholt sich in Kuba das venezolanische Muster — wirtschaftliche Erdrosselung, Anerkennung einer Übergangsfigur aus dem bestehenden Machtapparat, schließlich eine wie auch immer geartete Entmachtung der Führungsspitze? Oder hält das kubanische System, gestützt durch russische und chinesische Hilfslieferungen, dem Druck stand? Und wie viele der seit 1960 gegen Kuba unternommenen verdeckten Aktionen liegen noch immer vollständig unter Verschluss?