ARTIKEL #19 — TEIL 1 VON 2 JUNI 2026 PRIMÄRQUELLEN VERLINKT

Teil 1 — Die Gründungsgeschichte Die dunkle Seite der Grünen

Eine Partei, die sich als moralischer Neuanfang definierte — und was die Primärquellen über ihre Gründungsjahre dokumentieren.

1980
Gründungsjahr — als "völlig neue" politische Bewegung
2+
Dokumentierte NSDAP-Mitglieder unter den Gründern
1983
Erstmaliger Einzug in den Bundestag — erster Alterspräsident tritt zurück
2013
Beauftragter Forschungsbericht zur Pädophilie-Debatte

Hinweis zur Methodik: Alle im Folgenden genannten Sachverhalte sind durch Primärquellen — Parlamentsprotokolle, Wikipedia-Einträge mit Einzelnachweisen, Parteiarchive, Gerichtsdokumente oder durch die Partei selbst beauftragte Forschungsberichte — belegbar. Spekulation ist als solche gekennzeichnet. Schlussfolgerungen zieht der Leser.

Kapitel 0 Die Gründungslegende

„Wir sind die Alternative zu den etablierten Parteien." Das war der Kern des grünen Gründungsmythos 1980. Eine neue, saubere, pazifistische Bewegung — jenseits der Verstrickungen der alten Bonner Republik. Anti-Atomkraft, Frieden, Ökologie. Das Selbstbild war klar.

Was die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) zu diesem Selbstbild dokumentiert, ist deutlich nüchterner.

„Dass ‚grün sein' nicht automatisch mit links-alternativen Einstellungen einhergeht, machte der Partei ‚Die Grünen' in ihren Anfangsjahren zu schaffen. Mit Baldur Springmann und Werner Vogel gehörten zwei ehemalige NSDAP-Mitglieder zu den Gründungsmitgliedern der Partei." Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) — primärquellenbasiert dokumentiert

Das ist kein Vorwurf von politischen Gegnern. Es ist die Einschätzung der staatlichen Institution, die mit der politischen Bildung der Bundesrepublik beauftragt ist.

Kapitel 1 Die Gründungspersonen — dokumentierte Biografien

Was über die NS-belasteten Gründungsfiguren bekannt ist, findet sich nicht in Verschwörungsblogs — sondern in Wikipedia-Einträgen mit Einzelnachweisen, Parteichroniken und historischen Forschungsberichten.

Werner Vogel
Gründungsmitglied · NRW-Spitzenkandidat 1983
SA-Mitglied ab früh, NSDAP-Beitrittsantrag 1933, Mitglied ab 1938. Beamter im Berliner Reichsministerium des Inneren. 1983 als Alterspräsident des Bundestages vorgesehen — erste Rede eines Grünen im Parlament. Trat zurück, als NS-Vergangenheit und pädophile Netzwerkkontakte bekannt wurden. Beides war Teilen der Parteiführung bereits zuvor bekannt.
Baldur Springmann
Gründungsmitglied 1980 · Öko-Pionier
NSDAP-Mitglied, SA, später SS. Führungsoffizier in der weltanschaulichen Erziehung. Leitete im Zweiten Weltkrieg eine Flugabwehreinheit. Nach dem Krieg Öko-Landwirt und Anti-Atomkraft-Aktivist. 1978 Mitgründer der Grünen Liste Schleswig-Holstein, 1980 Mitgründer der Bundespartei. Verließ die Grünen, weil sie ihm zu weit links rückten.
August Haußleiter
Mitgründer 1979/1980
Aktiv beim Münchener Bierhallen-Putsch 1923. Pries 1942 die „kämpferische Zucht der deutschen Wehrmacht". Bezeichnete 1952 die Nürnberger Prozesse als „das dümmste und infamste aller Strafgerichte". Spielte 1979 eine Schlüsselrolle bei der Gründungsphase der Grünen.
Einordnung: Auch CDU, SPD und FDP hatten NS-belastete Funktionäre in ihren Reihen — dies ist historisch umfassend dokumentiert. Der Unterschied: In den Altparteien geschah dies unmittelbar nach Kriegsende. Die Grünen hingegen gründeten sich 1980 — 35 Jahre nach Kriegsende — explizit als moralischer Neuanfang jenseits dieser Verstrickungen. Der Historiker Michael Miersch formuliert: „Dass 30 Jahre später bei Gründung der Grünen alte Nazis mitmischten, widerspricht einem zentralen Mythos der Partei."

Kapitel 2 Die Pädophilie-Debatte — was dokumentiert ist

Die Verbindung zwischen der NS-Geschichte Werner Vogels und seinem späteren politischen Wirken ist keine nachträgliche Konstruktion. Sie ist in einem einzigen Wikipedia-Eintrag mit zahlreichen Einzelnachweisen dokumentiert — und illustriert, wie beide Themen in einer Person zusammentrafen.

„Vogel unterstützte gegenüber dem Bundesvorstand der Grünen Forderungen der Gruppen Indianerkommune Nürnberg und ‚Kinderfrühling Wiesbaden' nach Beseitigung der Kinderschutzgesetze und nach Legalisierung der Päderastie. [...] Organisiert wurde der Kongress von Vogel. Nach Informationen der Welt und des Bayernkuriers wurde dieser Kongress vom Grünen-Parteivorstand NRW finanziert." Wikipedia — Werner Vogel (Politiker), mit Einzelnachweisen aus Focus, Welt, Bayernkurier

Die Pädophilie-Debatte innerhalb der Grünen ist keine Erfindung politischer Gegner. Die Partei hat sie selbst aufgearbeitet — und dazu externe Forscher beauftragt.

Dokumentierte Einzelfälle und Aussagen

Person / Dokument Inhalt Status
Daniel Cohn-Bendit Zitat 1982 über sexuelle Handlungen mit Kindern in Kindertagesstätte Bestätigt
Correctiv 2019
Jürgen Trittin Unterzeichnung eines Wahlprogramms mit Forderung nach Entkriminalisierung von Sex mit Kindern (Göttingen 1981) Bestätigt
Dokument veröffentlicht Focus 2013
Werner Vogel Organisation eines Kongresses zu „Sex mit Kindern", finanziert durch Grünen-Parteivorstand NRW Bestätigt
Welt, Bayernkurier, Wikipedia
Pädophilie-Debatte gesamt Wissenschaftliche Aufarbeitung durch extern beauftragten Forscher Franz Walter (Uni Göttingen) Bestätigt
Parteibeschluss, 2013
Renate Künast Äußerungen im Berliner Abgeordnetenhaus 1986, die als verharmlosend interpretiert wurden Kontrovers
Gerichtlich mehrfach verhandelt
Was die Partei selbst sagt: Die Grünen haben die Pädophilie-Debatte 2013 offiziell aufarbeiten lassen und sich entschuldigt. Der Forschungsbericht von Franz Walter (Universität Göttingen) ist öffentlich zugänglich. Die Partei bezeichnet die damaligen Forderungen als „Irrtum". Dies ist dokumentiert — und gehört zur vollständigen Darstellung.

Kapitel 3 Ideologische Wurzeln — die Schnittmenge mit völkischem Denken

Die Verbindung zwischen ökologischem Denken und rechtsextremen Ideologien ist historisch keine grüne Erfindung. Sie hat eine längere Geschichte — die für das Verständnis der Gründungsphase relevant ist.

Der nationalsozialistische „Blut und Boden"-Begriff hatte eine explizit ökologische Komponente. Das Reichsnaturschutzgesetz von 1935 war das erste umfassende staatliche Naturschutzgesetz in Deutschland. Diese Tradition war in der frühen Umweltbewegung der 1970er Jahre nicht vollständig aufgearbeitet.

„Dass ehemalige NSDAP-Mitglieder wie Baldur Springmann und Werner Vogel oder der neu-rechte Propagandist Henning Eichberg bei der Gründung der Grünen aktiv waren, geriet in Vergessenheit." Akademische Quelle: Bierl/Heni, Kritiknetz.de — ideologiekritische Forschung zur Geschichte des Naturschutzes

Baldur Springmann verließ die Grünen nicht, weil er mit der Partei gebrochen hatte — sondern weil ihm die Partei zu weit nach links rückte. Die inhaltliche Richtung, die er für richtig hielt, ist in seinen Schriften dokumentiert: völkisches Denken, Warnung vor dem „Volkstod durch Amerikanisierung".

Jürgen Trittin, später Bundesumweltminister, gehörte zu den wenigen Grünen, die sich offen mit dieser Geschichte auseinandersetzten. Auf seiner Website schrieb er von „erheblichen Schnittmengen" und „zahlreichen Berührungspunkten" zwischen der NS-Ideologie und frühen grünen Strömungen.


Offene Frage — dunkelfeld.report

Eine Partei, die sich 1980 als moralischer Neuanfang jenseits der alten Verstrickungen definierte — und zu deren Gründungsmitgliedern SA-Männer und NSDAP-Mitglieder zählten, die später pädophile Netzwerke unterstützten: Wie erklärt sich, dass eben diese Partei heute das moralische Maß an andere anlegt?

Teil 2 folgt: Vom Pazifismus zur Kriegsbegeisterung — WEF-Netzwerke — Graichen-Clan — Energiewende und Versorgungsunsicherheit.

Primärquellen & Belege