Wer finanziert die "Klimalobby"? Ein Blick auf die andere Seite des Netzwerks

Wer konsequent nach dem Geld fragt, darf das nicht nur bei einer Seite tun. Wir haben das Netzwerk hinter der Klimaskeptiker-Szene offengelegt — jetzt folgt der gleiche Blick auf die Institutionen und Organisationen, die gemeinhin als "die Klimaseite" gelten. Das Ergebnis ist differenzierter, als es beide Lager gerne hätten.

Factbox — Drei völlig unterschiedliche Geldquellen

Drei Kategorien, drei Bewertungen

Genau hier liegt die Sorgfaltspflicht: Diese drei Geldquellen sind nicht dasselbe, und sie in einen Topf zu werfen wäre so unseriös wie die Fake-Prophezeiungen, die wir zuvor entlarvt haben.

Öffentliche Wissenschaftsfinanzierung, private Stiftungsförderung und verdeckte Behördenfinanzierung sind drei verschiedene Dinge — wer sie vermischt, betreibt keine Aufklärung, sondern Nebelkerzen.
Dangerbox — Die Verwechslungsfalle

Ein verbreiteter rhetorischer Trick besteht darin, PIK-Forschungsergebnisse mit dem Verweis auf ECF-Fördergelder zu diskreditieren — obwohl PIK nicht von der ECF finanziert wird und beide Organisationen unterschiedlichen Kategorien angehören (staatliche Wissenschaft vs. private Advocacy). Wer diese Vermischung selbst vornimmt, macht sich derselben Unredlichkeit schuldig, die man den Klimaskeptiker-Netzwerken vorwirft.

Fairnessbox

Dass eine EU-Behörde nachweislich intransparent NGOs für politische Kampagnen finanziert hat, ist ein belegter, vom eigenen Rechnungshof kritisierter Vorgang — kein Skeptiker-Narrativ. Gleichzeitig ist die zugrunde liegende Klimawissenschaft (IPCC, PIK, tausende internationale Fachpublikationen) davon unberührt: Die Kritik an einer bestimmten NGO-Finanzierungspraxis ist keine Widerlegung des wissenschaftlichen Konsenses zum menschengemachten Klimawandel. Beides muss getrennt bewertet werden.

Fazit

Konsequente cui-bono-Recherche funktioniert nur, wenn sie in beide Richtungen wirkt. Das Ergebnis hier zeigt kein Gleichgewicht im Sinne von "beide Seiten sind gleich korrupt" — sondern drei kategorial verschiedene Finanzierungsmodelle mit jeweils eigenem Transparenzproblem: intransparente Spenden bei EIKE, ein Drehtür-Netzwerk bei der ECF, und ein von der eigenen Aufsichtsbehörde gerügter Fall verdeckter Behördenfinanzierung beim EU-LIFE-Programm. Nur die staatliche Grundlagenforschung (PIK) steht vergleichsweise transparent da.

Quellen:
Deutscher Bundestag (hib): Kleine Anfrage zur Zusammenarbeit mit dem PIK, Drucksache 19/23719
service.bund.de, Wikipedia (EN): Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Finanzdaten
Wikipedia (EN): European Climate Foundation
Handelsblatt: "Grüne Lobby: Wie Klimaaktivisten Wirtschaft und Politik verändern"
Welt am Sonntag (zitiert nach Sekundärberichterstattung): EU-Kommission und LIFE-Programm-Zahlungen an Umwelt-NGOs, 2025
Europäischer Rechnungshof: Kritik an NGO-Finanzierungstransparenz, April 2025